Luftdichte Bauweise Prüfen Lassen: Wie Sie Schimmel Und Wärmeverluste Vermeiden

Erkennen Sie Feuchtigkeitsschäden früh: Luftdichte Bauweise prüfen lassen und Schimmel sowie Wärmeverluste effektiv vermeiden.

Warum eine undichte Gebäudehülle teuer wird

Eine luftdichte Bauweise ist nicht optional – sie ist die Grundlage für ein gesundes und kosteneffizientes Zuhause. Undichtheiten ermöglichen Feuchtigkeitseintritt in die Konstruktion, was zu Schimmelbildung führt, die sich oft Jahre unbemerkt ausbreitet. Das Umweltbundesamt gibt an, dass beim Neubau rund 10.000 Liter Wasser in das Gebäude eingebaut werden, was die Baufeuchte erheblich begünstigt. Eine Auswertung von 72 Neubauprojekten des peridomus-Instituts zeigte, dass relevante flächige Schimmelschäden überwiegend in Fußbodenkonstruktionen nachweisbar waren – oft verborgen und erst bei gezielter Untersuchung erkannt. Schimmel in den frühen Phasen zu erkennen und zu beheben kostet deutlich weniger als Sanierungsarbeiten später. Gleichzeitig kostet eine mangelhafte Luftdichtheit Sie täglich Heizenergie. Wärmeverluste durch undichte Stellen erhöhen die monatliche Heizabrechnung messbar, besonders bei älteren Gebäuden oder schlecht ausgeführten Neubauten. Ein gezielter Blower-Door-Test deckt diese Lecks auf und ermöglicht es, sie kostengünstig zu beheben, bevor die Innenausbauarbeiten beginnen.

Feuchte und Schimmel frühzeitig stoppen

Die Hauptauslöser für Schimmel in Neubauten sind laut einer Masterarbeit an der Donau-Universität Krems unsachgemäßer Wasserumgang durch Bauschaffende, Witterungseinflüsse während der Bauphase und Feuchtefreisetzung durch Trocknungsprozesse von Putzen, Estrichen und Beton. Eine luftdichte Hülle reduziert die Feuchtigkeitszirkulation und verhindert, dass Feuchtigkeit in kalte Wandschichten eindringt, wo Kondensation entsteht.

Verdeckte Schäden erkennen Sie nur durch messtechnische Verfahren – sichtbare Schimmelschäden sind oft nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb ist es sinnvoll, die Luftdichtheit schon vor dem Innenausbau testen zu lassen, um Baumängel frühzeitig zu erkennen und kostengünstig zu beheben. Nach entdecktem Schimmelschaden liegt die Beweislast vor Abschluss der Bauarbeiten beim Bauherrn, und eine Sanierung kann dann fünfstellig kosten.

Heizkosten dauerhaft senken

Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert unkontrollierte Luftwechsel und reduziert damit den Wärmeverlust erheblich. Der n50-Wert beschreibt, wie oft die Raumluft pro Stunde ausgetauscht wird; zulässige Grenzwerte finden sich in DIN 4108-7 und dem § 26 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Je niedriger dieser Wert, desto besser die Luftdichtheit und desto geringer die Heizkosten. Eine Wärmebedarfsberechnung nach DIN EN 12831 zeigt Ihnen die genauen Einsparungspotenziale – unabhängig vom Gebäudestandard lohnt es sich, Wärmeverluste zu reduzieren. Kombinieren Sie eine luftdichte Hülle mit Maßnahmen wie Fensteraustausch, Fassadendämmung oder einem hydraulischen Abgleich, sparen Sie langfristig deutlich bei den Energiekosten. Für Neubauten schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) den Blower-Door-Test vor – nutzen Sie diese Pflicht als Chance, um Ihre Konstruktion zu optimieren und von Anfang an richtig zu bauen. Wo genau Undichtigkeiten entstehen und wie Sie diese aufspüren, zeigen moderne Prüfverfahren zuverlässig auf.

So werden Undichtigkeiten zuverlässig gemessen

Der Blower-Door-Test ist das Standardverfahren, um die Luftdichtheit einer Gebäudehülle zu prüfen. Das Verfahren funktioniert nach dem Differenzdruckprinzip: Ein Ventilator wird in eine Tür- oder Fensteröffnung eingesetzt und erzeugt einen kontrollierten Druckausgleich zwischen Innen- und Außenluft. Der Test läuft in drei Phasen ab. Zunächst wird ein Unterdruck von etwa 50 Pascal aufgebaut, um Lecks sichtbar zu machen – hier kommen Rauchstäbe oder Thermografie zum Einsatz. In der zweiten Phase wird der Druck schrittweise bis 60 bis 100 Pascal erhöht, während gleichzeitig der Luftvolumenstrom gemessen wird.

Aus diesen Messwerten berechnet sich der n50-Wert, der angibt, wie oft die Raumluft pro Stunde bei 50 Pascal Druckdifferenz ausgetauscht wird. Die normative Anforderung liegt bei n50 = 3 h⁻¹ für Gebäude ohne Lüftungsanlage und n50 = 1,5 h⁻¹ für Gebäude mit mechanischer Lüftung. In der dritten Phase wird Überdruck aufgebaut, um die Messergebnisse zu bestätigen. Der gesamte Ablauf wird protokolliert und dokumentiert – Sie erhalten am Ende ein Zertifikat über die Qualität der gemessenen Gebäudehülle.

Lecksuche mit Rauch und Wärmekamera

Die Lecksuche während des Tests ist der praktischste Teil: Mit Rauch oder einem Luftgeschwindigkeitsmesser werden undichte Stellen sichtbar gemacht. Größere Lecks finden sich oft manuell durch spürbare Zugluft, kleinere erfordern Hilfsmittel. Eine Infrarotkamera zeigt Wärmelecks besonders deutlich, da kalte Außenluft in die Konstruktion eindringt und Temperaturunterschiede erzeugt. Diese Bilder sind wertvoll für die Nachbesserung, weil Sie genau sehen, wo die Probleme liegen. Die Messung kostet ab etwa 300 Euro für ein Einfamilienhaus mit circa 150 Quadratmetern (mit KfW-Begleitung bis etwa 500 Euro, abhängig von Objektgröße, Region und Umfang der Leckortung). Für Neubauten ist der Test gesetzlich vorgeschrieben und sollte erst durchgeführt werden, wenn die Luftdichtheit vollständig hergestellt ist – also nach Fenstereinbau und Abdichtung aller Durchdringungen. Der richtige Zeitpunkt ist vor dem Innenausbau, damit Sie Mängel kostengünstig beheben können, bevor teure Arbeiten beginnen.

Praktische Vorbereitung und Dokumentation

Vor dem Test müssen Sie alle Öffnungen luftdicht verschließen – Lüftungsanlagen, Kamine und andere Durchdringungen sollten provisorisch abgedichtet sein. Nach dem Test folgt die gezielte Nachbesserung der gefundenen Lecks. Die Dokumentation ist wichtig: Seriöse Anbieter erstellen detaillierte Berichte mit Fotos und Messdaten, die Sie für KfW-Anträge oder BAFA-Förderungen benötigen. Achten Sie auf fachliche Qualifikation und FLiB-Zertifizierung des Messgeräts. Angebote, die einzelne Schritte weglassen oder überraschend günstig sind, sind ein Warnsignal – eine ordnungsgemäße Messung erfordert Zeit und Sorgfalt. Die Messung gibt Ihnen verlässliche Daten über die Qualität Ihrer Konstruktion und zeigt, ob Planung und Ausführung wirklich sorgfältig waren. Wo genau diese Schwachstellen entstehen und wie Sie sie gezielt beheben, wird im nächsten Schritt deutlich.

Wo entstehen die größten Undichtigkeiten im Haus

Fenster und Türanschlüsse richtig abdichten

Fenster und Türen bilden die kritischsten Schwachstellen einer Gebäudehülle. An diesen Übergängen treffen mehrere Baustoffe aufeinander – Mauerwerk, Fensterrahmen, Dämmung und Abdichtungsmaterial – und jede dieser Schnittstellen muss luftdicht verschlossen sein. Laut DIN 18355 und den anerkannten Regeln der Technik (aaRdT) sind drei Prüfbereiche entscheidend: die umlaufende Dämmung der Anschlussfuge, die außen liegende schlagregendichte Abdichtung und die innere luftdichte Abdichtung

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass nur Silikon in die Fuge gespritzt wird – das reicht nicht aus. Sie benötigen dauerelastische Dichtstoffe oder Dichtbänder, die eine durchgehende innere Luftdichtheit herstellen.

Bei unterschiedlichen Laibungsbreiten (etwa 16 Zentimeter innen und 11,5 Zentimeter außen) entstehen Wärmebrücken, die gezielt mit Dämmstreifen oder Dämmplatten gefüllt werden müssen. Der richtige Zeitpunkt für die Abdichtung ist entscheidend: Fenster sollten eingebaut werden, wenn die Luftdichtheit der Gebäudehülle bereits geplant ist. Dadurch verteilen sich die Schnittstellenverantwortlichkeiten klar zwischen Fensterbauer, Maurer und WDVS-Verarbeiter. Ohne diese Koordination entstehen Lücken, die beim Blower-Door-Test sichtbar werden – und dann wird die Nachbesserung teuer.

Rohrdurchführungen und Kabelschächte versiegeln

Rohrdurchführungen und Kabelschächte werden häufig übersehen, weil sie klein wirken. Jedes Eindringen in die Gebäudehülle – sei es ein Abwasserrohr, ein Elektroschutzrohr oder eine Klimaleitung – muss luftdicht versiegelt sein. Bauschaum ist hier nicht geeignet, da er mit der Zeit schrumpft und seine Dichtungswirkung verliert. Verwenden Sie stattdessen Manschetten oder spezielle Verschlusssysteme, die die Rohre eng umschließen, und dichten Sie anschließend mit dauerelastischem Dichtstoff nach. Diese Kombination (Manschette plus Dichtstoff) schafft eine zuverlässige Barriere gegen Luftaustausch.

Übergänge zwischen Wand und Dach optimieren

Übergänge zwischen Wand und Dach sind ebenfalls kritisch. Wenn ein Flachdach oder Satteldach auf eine Außenwand trifft, muss diese Kante luftdicht ausgeführt sein – das Material muss hier von der Innenseite durchgehend sein. Eine häufige Ausführungslücke entsteht, wenn die Luftdichtheitsebene nicht bis zum Dachaufbau geführt wird oder wenn Dachdetails nicht mit der Wandabdichtung koordiniert sind. Planen Sie diese Details bereits in der Entwurfsphase, nicht erst auf der Baustelle. Der Bauherr trägt die Beweislast für eine korrekte Ausführung, und verdeckte Feuchteprobleme entstehen oft genau an diesen Schnittstellen. Mit dem Blower-Door-Test werden solche Mängel zuverlässig gefunden – nutzen Sie die Messergebnisse, um Ihre Nachbesserungen gezielt zu planen und nicht auf Vermutungen hin zu reparieren.

Zusammenfassung

Eine luftdichte Bauweise prüfen zu lassen ist keine Formalität, sondern eine Investition in die Langlebigkeit und den Wohnkomfort Ihres Hauses. Der Blower-Door-Test offenbart Schwachstellen, die mit bloßem Auge unsichtbar bleiben – Undichtigkeiten, die täglich Heizenergie kosten und Feuchtigkeitsschäden verursachen. Wer diese Prüfung ernst nimmt und die gefundenen Mängel zeitnah behebt, spart sich später fünfstellige Sanierungskosten und vermeidet verdeckte Schimmelschäden, die sich über Jahre unbemerkt ausbreiten.

Die Zusammenarbeit mit fachkundigen Partnern entscheidet über den Erfolg. Eine luftdichte Gebäudehülle entsteht durch klare Planung, koordinierte Schnittstellenverantwortlichkeiten und sorgfältige Ausführung – nicht durch Zufall. Fensteranschlüsse, Rohrdurchführungen und Dachübergänge erfordern spezialisiertes Wissen und Material (hier zahlt sich professionelle Begleitung aus). Seriöse Anbieter mit FLiB-Zertifizierung und detaillierten Berichten geben Ihnen Sicherheit, dass die Messung vollständig und verlässlich ist.

Die langfristigen Einsparungen sprechen für sich: Eine luftdichte Hülle reduziert Ihre Heizkosten messbar, unabhängig vom Gebäudestandard. Kombiniert mit Maßnahmen wie Fensteraustausch, Fassadendämmung oder hydraulischem Abgleich entsteht ein Gesamtsystem, das Energie spart und Wohnqualität erhöht. Für Neubauten ist der Test gesetzlich vorgeschrieben – nutzen Sie diese Pflicht als Chance, um von Anfang an richtig zu bauen und nicht später zu reparieren. Wir bei Richter Haus begleiten Sie von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe und sorgen dafür, dass jedes Detail stimmt.